Handelsplattform im Internet – Vorsicht vor seltsamen Geldanlagemöglichkeiten in der Schweiz

Der Kläger ist Informatiker und mit den Fallstricken im weltweiten Netz eigentlich vertraut. Trotzdem hat er Geld verloren. Er ließ sich von einer Bekannten, die mit der Geldanlage in Wertpapieren Erfolg hatte, zu einer Anlage bei der Schweizer Firma Formbar AG verleiten, die mit strukturierten Finanzinstrumenten für die Anleger Geld verdienen wollte. Diese bietet eine Handelsplattform namens Zelox an. Der Kläger errichtete ein Handelskonto, zahlte 20.000,- EUR ein, die angeblich durch eine gleichzeitig abgeschlossene Versicherung abgesichert waren und wartete auf die ersten Gewinne.

Doch stattdessen teilten ihm die Macher der Plattform mit, dass es leider Verzögerungen bei der Rückzahlung der eingesetzten Gelder gebe und die Vertragspartner doch ein bisschen Geduld haben sollen.

Dies wollte der junge Mann aus Hanau in der Nähe von Frankfurt am Main nicht hinnehmen und kontaktierte seine Rechtsanwältin und Fachanwältin Beate Anna Kirchner, die bei HKB Rechtsanwälten in Frankfurt Spezialistin für Kapitalanlagerecht ist. Die erfahrene Anwältin widerrief die Beitrittserklärung, obwohl der Beitritt schon über einem Jahr zurücklag, da der Kläger nicht auf sein 14 tägiges Widerrufsrecht hingewiesen wurde. Dies steht ihm nämlich zu, da es sich bei dem Vertrag mit der Firma aus der Schweiz um ein Fernabsatzgeschäft handelt.

Der Kläger machte mit Hilfe Frau Kirchners seinen Anspruch auf Rückzahlung der eingesetzten 20000 EUR vor dem Landgericht Hanau geltend und bekam Recht:

Ob man in diesem Fall überhaupt in Hanau klagen konnte, war strittig, denn die Schweiz gehört nicht der EU an und Formbar AG hat in ihren Geschäftsbedingungen geregelt, dass Gerichtsstand die Schweiz sei und auch Schweizer Recht angewendet werden müsse.

Das Landgericht gab dem Kläger recht und sah sich international und örtlich zuständig. Es bleibt aber weiter spannend, denn Formbar hat Berufung eingelegt und nun liegt der Rechtsstreit zur Entscheidung beim OLG Frankfurt.

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