Versiko AG berät zu Anlagen mit nachhaltigen Verlusten – bei SHB Carré Göttingen drohender Totalverlust

Die Versiko AG mit Sitz in Hilden bei Düsseldorf wirbt mit nachhaltiger Vermögensberatung – nachhaltig wird der Verlust für die Anleger sein, die sich aufgrund der Beratung durch Versiko Mitarbeiter an dem SHB Innovative Fondskonzepte AG & Co. Einkaufszentrum Carré Göttingen KG beteiligt haben. Wie so oft, ist auch hier das Projekt hauptsächlich für die Initiatoren und den Vertrieb ein gutes Geschäft: Die Initiatoren haben mindestens 20 Mio. € kassiert, der Vertrieb immerhin 4,6 € Mio., wozu auch Versiko gehört. Es geht um zwei Objekte, für die Kapital von unerfahrenen Anlegern in Höhe von 98 Mio. € eingesammelt wurde, weitere 126 Mio. € wurden als Darlehen aufgenommen. Inzwischen bringen die Mieten längst nicht das, was angeblich laut Prospekt erwartbar war, Zinsen und Tilgung bleiben bestehen und wenn die Darlehen abgelöst werden sollen, wird vermutlich für die Tilgung der gesamte Verkaufserlös – wenn man einen Käufer findet – der Immobilien draufgehen, so dass die Anleger ihren Einsatz verloren haben. Darauf deutet vieles hin, seitdem die Geschäftsführung auf der außerordentlichen Gesellschafterversammlung am 20.10.2010 eine Kapitalerhöhung von 10 Mio. € durchsetzen wollte.

Der Verkaufsprospekt, der eine entscheidende Unterrichtungsmöglichkeit für den Anleger sein soll, zeichnet ein unübersichtliches und unstimmiges Gesamtbild und es ist für den durchschnittlichen Anleger nicht ersichtlich, auf welches konkrete Risiko er sich einlässt, da die Risikodarstellung lediglich pauschal ist. Fatal wird es, wenn man sich auf den Rat eines Beraters verlässt, der das Produkt als eine vernünftige Alternative zur herkömmlichen Altersvorsorge darstellt, wie dies bei Versiko geschah.
Hat der Berater die Beteiligung in der von den Initiatoren angebotenen „Immorente plus“ als Altersvorsorge empfohlen, hat er gegen seine Pflicht zur anleger- und objektgerechten Beratung verstoßen. Dabei hilft ihm auch nicht, dass er möglicherweise den Prospekt überreicht hat, denn zum einen ist der Berater verpflichtet, die auf den vorderen Seiten des Prospekts dargestellte Modellberechnung einer Plausibilitätsprüfung zu unterziehen, BGH Urt. v. 17.02.2011 – III ZR 144/10.

Hier ist die Berechnung unseres Erachtens nicht plausibel. Zum anderen kann sich der Anleger auch auf die Aussagen seines Beraters verlassen, ohne den detailreichen und unübersichtlichen mehr als 100 Seiten fassenden Prospekt gelesen zu haben, BGH Urt. v. 8.7.2010 – III ZR 249/09.

Nehmen Sie Kontakt zu uns auf, falls Sie ebenfalls eine Beteiligung bei der SHB Carré Göttingen KG gezeichnet haben und von Versiko beraten wurden. Wir sehen gute Chancen, die Anlage – insbesondere, wenn sie zur Altersvorsorge abgeschlossen wurde, rückabzuwickeln.

Dieser Beitrag wurde in Fachanwältin Bank- und Kapitalmarktrecht, Gesellschaftsrecht, Kapitalanlagerecht veröffentlicht und getaggt , , , , , , . Ein Lesezeichen auf das Permalink. setzen. Kommentieren oder einen Trackback hinterlassen: Trackback-URL.

Einen Kommentar hinterlassen

Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.