Schadensersatz beim Schiffsfonds OwnerShip Tonnage III

Anleger mit Anteilen am OwnerShip Tonnage III GmbH & Co. KG sollten prüfen, ob ihnen Ansprüche wegen fehlerhafter Anlageberatung und Ansprüche wegen Prospekthaftung zustehen.

Anlageberater müssen den Treuhandvertrag, den Gesellschaftsvertrag, den Bereedereivertrag, den Poolvertrag und die Charterverträge vorstellen und über deren Auswirkungen auf die Anleger aufklären. Hinzu kommen die fünf Gesellschaftsverträge der Einschiffsgesellschaften als KG, über die und insbesondere deren Laufzeiten der Berater ebenfalls in Grundzügen aufklären muss.

Bei Prospekterstellung waren nur zwei Charterverträge abgeschlossen. Der Dachfonds wird mit einer Fremdfinanzierung in Höhe von 62,5 Mio. € belastet und diese läuft bis mindestens 2021 und dient nicht nur zur Zwischenfinanzierung. Auf sämtliche Merkmale muss der Berater hinweisen. Ist dies nicht geschehen, sollten Anleger überlegen, ob sie Schadensersatzansprüche gegen den Berater geltend machen sollten.

Rechtzeitige Kündigung
Auch die Kündigungsfristen sind bedeutsam für einen Anleger. Der Berater muss darauf hinweisen, dass für den Treuhandvertrag, der die wirtschaftliche Beteiligung an der Gesellschaft vermittelt, eine andere Kündigungsfrist geregelt ist, als für den Gesellschaftsvertrag. Gem. § 11 Nr. 4 Treuhandvertrag muss der Treugeber (= Anleger) für den erstmals möglichen Zeitpunkt der ordentlichen Kündigung sieben Monate vor dem 31.12.2021 bei der Treuhänderin (= Ownership Treuhand GmbH) die Kündigung erklären, vgl. S. 113 des Prospekts, da diese als Kommanditistin wiederum ihrerseits gem. § 14 Nr. 3 Gesellschaftsvertrag sechs Monate vorher den Gesellschaftsvertrag kündigen muss.
Die Kündigungsfristen gem. Gesellschaftsvertrag widersprechen der Darstellung zur Kündigung des Prospekts auf Seite 75, so dass diesbezüglich der Prospekt fehlerhaft ist.

Irreführende Darstellung der Haftung
Weder der Treuhandvertrag, noch der Gesellschaftsvertrag weisen auf das Aufleben der Haftung gem. § 172 Abs. 4 HGB hin. Der Hinweis hierzu auf Seite 74 des Prospekts, dass das Aufleben möglich ist, ist irreführend. Denn bei den konzeptionsgemäßen Buchverlusten führen die Ausschüttungen zwangsläufig zum Aufleben der Haftung. Trotz unzureichender Erläuterung im Prospekt, sollte den Anlegern bewusst sein, dass es auch beim Schiffsfonds OwnerShip Tonnage III ein Aufleben der Haftung gibt.

Dieser Prospekt ist nicht auf den Kleinanleger zugeschnitten, den er aber ansprechen will und auf dessen Verständnis es ankommt (BHG Urteil, vom 18.09.2012, XI ZR 344/11).

Wir haben bisher insbesondere Anleger gegen Banken vertreten, wegen der Prospektmängel lohnt ich der Blick gegen die Prospektverantwortlichen.

Wenden Sie sich an Rechtsanwältin Beate Anna Kirchner zur Besprechung und Erstberatung, um die konkreten Ansprüche und die Erfolgsaussichten ihrer Durchsetzung zu prüfen.

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