Verluste bei Anleihen

Auf die Anleiheinhaber von René Lezard und Laurèl kommen nach den Pressemitteilungen dieser Woche wohl Verluste zu. Betroffene Anleger sollten sich die Frage stellen, ob sie bei der Anlageentscheidung zutreffend beraten wurden und sich dazu anwaltlich beraten lassen, meint Beate Anna Kirchner, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Bank und Kapitalmarktrecht in Frankfurt am Main.

Die Anlageberatungen basieren in der Regel auf persönlichen Empfehlungen an Privatkunden und müssen daher sowohl im Sinne des § 31 a Abs. 3 WpHG als auch anleger- und objektgerecht erbracht werden.
Passend dazu hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht per Allgemeinverfügung vom 28.07.2016 mitgeteilt, dass sie plane, den Vertrieb und Verkauf von Bonitätsanleihen zu verbieten.
In der Verfügung heißt es:
„Eine vorgenommene Stichprobe der Beratungsdokumentation weist darauf hin, dass die Funktionsweise der Bonitätsanleihen in der Regel nicht erörtert wird. Zwar finden Schlüsselbegriffe wie etwa „Kreditereignis“ bisweilen Erwähnung. Die Erläuterungen begnügen sich jedoch in der Regel mit floskelhaften Ausführungen. Die Beratungsprotokolle vermitteln den Eindruck, dass sie mit vorformulierten Textvorlagen befüllt werden.“
Die BaFin kommt zu dem Schluss: „Die Vermarktung, der Vertrieb und der Verkauf von Bonitätsanleihen an Privatkunden werfen erhebliche Bedenken für den Anlegerschutz auf.“ Die BaFin bemängelt vor allem, dass bei den Bonitätsanleihen als Basiswerte Bonitäts- bzw. Kreditrisiken herangezogen werden, womit Privatkunden üblicherweise nicht vertraut sind.
Wichtig ist die Bemerkung der BaFin, dass der verständige Kunde eine Bewertung der zu übernehmenden Risiken vornehmen und diese während der Laufzeit überwachen muss, um festzustellen, ob die Rückzahlung des Anlagebetrages wahrscheinlich ist und ob die Übernahme des Kreditrisikos durch die Höhe des Zinsversprechens adäquat vergütet wird. Eine solche Beurteilung sei allenfalls durch die Analyse der Preise der eingebetteten CDS möglich.
Ob der jeweilige Anageberater den Kunden über diese Erfordernisse zutreffend aufgeklärt hat, halten wir für zweifelhaft, so Rechtsanwältin Kirchner. Insofern wird es darauf ankommen, wie der Kunde die mögliche Falschberatung nachweisen kann.
Zur Prüfung der Rechtslage empfiehlt Kirchner daher, dies anwaltlich prüfen zu lassen.
Kontakt: Telefon +49 (0)69 – 713 731 80
e-mail: kirchner@landgraf-schneider.com

Dieser Beitrag wurde in Fachanwältin Bank- und Kapitalmarktrecht, Handel, Wirtschaft, Finanzen, Banken & Versicherungen, Kapitalanlagerecht, Top Thema, Wertpapiere veröffentlicht. Ein Lesezeichen auf das Permalink. setzen. Die Kommentare sind geschlossen, aber Sie können einen Trackback hinterlassen: Trackback-URL.